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Ethnographische Fallstudien zu Anerkennungsverhältnissen in individualisierenden Lernkulturen

Gefördert vom BMBF im Bereich "Chancengerechtigkeit und Teilhabe. Sozialer Wandel und Strategien der Förderung"

 

Laufzeit: 1.10.2011-30.09.2013

 

Forschungsverbund unter der Leitung von Prof. Dr. Sabine Reh (TU Berlin)

Einzelprojekte:

Prof. Dr. Till-Sebastian Idel, Anna Schütz (Universität Bremen)

Prof. Dr. Kerstin Rabenstein, Julia Steinwand (Georg-August-Universität Göttingen)

Prof. Dr. Sabine Reh, Anne Breuer (TU Berlin)

Prof. Dr. Norbert Ricken, Anna Welling (Universität Bremen)

 

Mit der Abschaffung der Hauptschule und der Einrichtung sozial integrativer Sekundarschulen werden bildungspolitisch die Ziele verbunden, Bildungsgerechtigkeit zu fördern und sozialer Segregation entgegenzuwirken. Im Projekt werden Eingangsklassen in solchen Sekundarschulen untersucht, die eine soziale Mischung ihrer Schülerschaft aufweisen und diesem Umstand in entsprechenden pädagogisch profilierten Konzepten Rechnung tragen. Ziel des Projektes ist es, die Lernkultur in diesen Eingangsklassen (Bremen 5. Jahrgangsstufe; Berlin 7. Jahrgangsstufe bzw. jahrgangsgemischte Lerngruppen) zu rekonstruieren und in vergleichenden Fallstudien den je spezifischen Umgang mit sozialer Heterogenität sowie die Möglichkeiten, eine Gemeinschaft über Unterschiede hinweg herzustellen, herauszuarbeiten. Fragen nach Praktiken der Individualisierung des Lernens sowie vor allem nach Maßnahmen zur Gemeinschaftsbildung und sozialen Integration stehen im Zentrum der Studie. Dazu wird in einem ethnographischen Design mit Hilfe videobasierter Beobachtungen untersucht, wie in pädagogischen Praktiken, im Umgehen der Lehrkräfte mit den Schüler/innen und im Umgehen der peers miteinander, qua Anerkennung Differenzen der Schüler und Schülerinnen untereinander (im Hinblick vor allem auf soziale Herkunft, aber auch im Hinblick auf andere Faktoren) bearbeitet, reproduziert und neu hergestellt sowie und Teilhabemöglichkeiten etabliert werden. Die Fallstudien in acht verschiedenen Lerngruppen an je zwei Sekundarschulen in Bremen und Berlin (pro Schule zwei Lerngruppen) werden anschließend kontrastiert. Für das zweijährige Projekt sind vier Erhebungsphasen und Auswertungsphasen im Wechsel vorgesehen. Das Auswertungsverfahren ist orientiert am Vorgehen der Grounded Theory, ergänzt durch rekonstruktive Analysen ausgewählten Datenmaterials.

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