Inhalt des Dokuments
Absicht der Arbeitsstelle Pädagogische Kasuistik
Unsere Arbeit besteht darin, eine möglichst umfangreiche Sammlung von dokumentierten bzw. protokollierten pädagogischen Interaktionen, die in spezifischen Institutionen bzw. Organisation (z.B. in Familien, in Kindertageseinrichtungen, in Schulen) stattfinden, zu erstellen.
Wir sind derzeit damit beschäftigt, die bisher gesammelten Materialien wie in einem historischen Archiv zu rubrizieren und zu verschlagworten. Wir systematisieren die Materialien nach Autor, Entstehungszusammenhang, dokumentierter bzw. protokollierter Situation, nach Textsorten und erarbeiten gerade ein System von Schlagworten.
Gesammelt sind zunächst die von uns selbst in verschiedenen Forschungszusammenhängen entstandenen Protokolle teilnehmender Beobachtung, auditive und audio-visuelle Dokumentationen und deren Transkription.
Wir haben aber auch Interesse an Materialien aus anderen Projekten. Oft ist das umfangreiche Datenmaterial, das in der qualitativen oder interpretativen erziehungswissenschaftlichen Forschung entsteht, nach Abschluss der entsprechenden Projekte nicht mehr genutzt und fristet – wenn es denn behalten wird – ein unbeobachtetes Dasein. Uns scheinen solche Materialien nutzbar für die Ausbildung von Pädagogen und für Re-Interpretationen in anderen wissenschaftlichen Kontexten unter neuen wissenschaftlichen Fragestellungen.
Ein Forum schaffen
Wir wollen gemeinsam mit interessierten Forscherinnen und Menschen, die in der Lehrerbildung tätig sind, auf Workshops und kleineren Arbeitstreffen ausgewählte Fragen zur pädagogischen Praxis anhand der Interpretation und Analy-se von Dokumenten und Protokollen bearbeiten, methodologische Probleme der „Beobachtung“ und des „Verstehens“ pädagogischer Praxis zu erörtern und unsere Tätigkeit in der Ausbildung von Pädagogen und Pädagoginnen reflektieren. Erst ein solcher interaktiver Arbeitsrahmen, die Bildung eines entsprechenden „Netzwerkes“, ermöglicht uns die Praxis einer pädagogischen Kasuistik.
